Clickertraining (Klickertraining) für und mit Katzen: die Katzenschule

 

Katzenschule

Clickertraining

Auch Katzen wollen körperlich wie geistig gefordert und gefördert werden: gelangweilte und unterforderte Katzen neigen eher zu Verhaltensauffälligkeiten als ausgelastete Tiere.
Viele Menschen glauben, dass Katzen keine Lust oder auch nicht fähig dazu wären etwas zu lernen oder sich erziehen zu lassen. Katzen sind äußerst intelligente Lebewesen und lernen sehr leicht und schnell. Sie lernen durch Beobachtung und sie sind ausgezeichnete Nachahmer. Im Englischen Sprachgebrauch war man sich dieser Tatsache sehr wohl bewusst, den der Nachahmer heißt auf englisch „Copycat“ und der Nachahmungstäter ist der „copycat criminal“.

Viele Katzenhalter können Geschichten darüber erzählen, dass ihre Katzen mithilfe von „Learning by doing“ sich selber beigebracht haben, Wohnungstüren und auch Kühlschranktüren zu öffnen. Ich hatte mal eine Klientin, da hatte der Kater gelernt, das Radio anzustellen mit dem Ergebnis, dass er frühmorgens, wenn er spielen wollte, dass Radio anstellte, da ihm klar war, dass das Radio nur läuft, wenn seine Halterin aufgestanden ist. Ein anderer Kater hatte selber gelernt, die Klospülung zu betätigen und wandte das Erlernte ebenso mit Vorliebe nachts an., wenn alle schliefen und ihm nach Unterhaltung war. 

Die oben beschriebenen Fallbeispiele verdeutlichen, dass Katzen sich daran erfreuen, neue Fähigkeiten zu erlernen. Mit dem Clickertraining haben wir als Halter die Möglichkeit Einfluß darauf zu nehmen, was die Katze lernt, denn eine Katze, die sich aus dem Kühlschrank selber bedient oder die gelernt hat, wie man seine Menschen nachts möglichst effizient wach bekommt, kann ganz schön Nerven kosten.

Das Clickertraining (Klickertraining) gehört zu den gewaltfreien Trainingsmethoden für Tiere, da es gänzlich ohne Bestrafung und nur durch positive Bestärkung von erwünschtem Verhalten funktioniert.

Kunden, die mit dem Klickertraining schon Erfahrung haben und mit mehreren Katzen gleichzeitig arbeiten, ist vielleicht schon aufgefallen, dass auch das Tier, was nur zugeschaut hat die Übungen hinterher meistens beherrscht und nur noch an den Details der Ausführung gearbeitet werden muß.

Clickertraining wird erst jetzt richtig für Katzen entdeckt, dabei sind sie ideale und sehr dankbare Kandidaten. Dank ihrer schnellen Auffassungsgabe und ihres Nachahmungstalents ist es, was viele Kunden erst nicht glauben, oftmals gar nicht schwer Katzen zu trainieren. Das entscheidende Moment dabei ist, das sie nur durch Motivation und positive Bestätigung bereit sind zu kooperieren, sprich einen Sinn in dem von ihnen verlangten Handeln erkennen. Es sollte eigentlich außer Frage stehen, dass körperliche und physische Gewalt in der Erziehung von Tieren keine Anwendung finden sollte. Viele Menschen mögen keine Katzen nicht, da sie sich nicht mit körperlicher oder psychischer Gewalt zu etwas zwingen lassen.

Kater mit Clicker.

Clickertraining beschreibt das Antrainieren von Aufgaben wie in den Transportkorb zu gehen oder von Bewegungsabläufen sowie Handlungsabfolgen mithilfe eines kleinen Clickers, vielen aus Kindheitstagen auch noch als Knackfrosch bekannt. (Bild 36)

 

Das Clickertraining ist mehr als nur ein Beschäftigungs- oder Trainingsprogramm für gelangweilte Wohnungskatzen oder eine Möglichkeit, ihnen sinnvolle Dinge wie in den Transportkorb zu gehen spielerisch und stressfrei beizubringen.
 

Clickertraining ist keine Katzendressur (wenn es auch dort als Trainingsmethode zum Einsatz kommt), sondern beschreibt das Erlernen und Üben katzengerechter Bewegungsabläufe. Katzen sind von Natur aus neugierige Wesen und die meisten Katzen nehmen neue Übungen und Anregungen dankbar auf.

Der Clicker gibt ein charakteristisches Geräusch von sich, dass für das Tier ein Zeichen ist, dass es gerade ein erwünschtes Verhalten gezeigt hat. Auf den „Click“ folgt gleich eine Belohnung. Der "Click" selber ist keine Handlungsaufforderung, sondern ein Mittel, um der Katze zu verdeutlichen, dass sie etwas "gut" gemacht hat. Nach dem Click sollte dann die Belohnung, die bei Katzen meist in Form von besonders begehrtem Futter stattfindet, erfolgen. Der Clicker kündigt also die Belohnung an und die Katze kann somit den Click mit der Belohnung verbinden. Damit der Katze auch klar wird, wofür sie belohnt wird, nämlich für ein bestimmtes Verhalten ist es wichtig, dass zum richtigen Zeitpunkt geclickt wird.

Ist das Clickern für jede Katze geeignet?

Clickertraining ist besonders für "unterforderte" Wohnungskatzen geeignet, da sie in einer oftmals reizarmen Umgebung wieder neue Aufgaben finden und Spaß am Lernen entwickeln. Durch den Lernprozess bilden sich im Gehirn wie bei uns Menschen auch neue Synapsenverbindungen aus, was weiteres Lernen begünstigt und vereinfacht.

Geclickerte Katzen sind konzentrierter, glücklich, müde und entspannt nach einer Clickersession. Auch für Katzen ist Kopfarbeit anstrengend und von daher spielt der Clicker beim Auslasten von Wohnungskatzen eine so herausragende Rolle.

Für Katzen, die als Freigänger leben, kann der Clicker genutzt werden, mit ihnen Verkehrssicherheitstraining zu machen und sie auch darauf zu trainieren auf Namensruf zu kommen. Clickertraining ist sogar für taube Katzen geeignet, da man auch mit einem optischen statt einem akustischem Signal arbeiten kann.

 

Wann ist Clickertraining für eine Katze sinnvoll und was kann ich meiner Katze alles verclickern?

Clickern ist eine sinnvolle Beschäftigung und Abwechselung insbesondere für reine, manchmal sehr gelangweilte, Wohnungskatzen. Die Katze lernt spielerisch alltagsrelevante Dinge. Sie können mit dem Clickertraining Ihrer Katze und Ihnen viel Stress und Anspannung ersparen, indem Sie ihr wichtige Dinge antrainieren und sie auf potenziell angstauslösende Situationen wie den Tierarztbesuch vorbereiten. 

Sie können Ihrer Katze beibringen:

  • Bestimmte Kratzmöbel / Toiletten zu benutzen
  • entspannt in den Transportkorb zu gehen und dort zu bleiben
    Katzen im Transportkorb


  • Fellpflege mit Kamm und Bürste zu akzeptieren
  • Katze beim simulierten TierarzttrainingMöglichst stressfrei den Tierarztbesuch, die Untersuchung und die Behandlung durch den Tierarzt zu erleben durch das Trainieren der einzelnen Untersuchungsabläufe beim Tierarzt, wozu Maul-; Ohren- und Augen- sowie Krallenkontrolle gehört. Auch das simulierte Setzen von Spritzen sowie die Eingabe von Tabletten und Pasten kann mit dem Clicker geübt werden.
  • Aber auch erlerntes Sitzen, Liegen, Stillhalten auf Signal hin kann die Arbeit des Tierarztes erheblich erleichtern.
    Kater 5 Jahre






  • durch eine Katzenklappe zu gehen







  • Auto zu fahren und ggf. sich mit einem speziellen Katze beim Autofahren: mit Katzengurt gesichert auf der Rückbank. Katze beim Autofahren: mit Katzengurt gesichert auf der Rückbank. Katzenautogurt angurten zu lassen







  • Katzengeschirr zu akzeptieren und an der Leine zu gehen
    Katze geht an der Leine
  • Sich hochnehmen und anfassen zu lassen
    Kater auf dem Arm
  • Auf ein Signal hin zu sitzen und stillzuhalten
  • die Nutzung der menschlichen Toilette

Clickertraining eignet sich auch:

  • als Training für Freigängerkatzen: auf Rufen hin kommen und zu einer bestimmten Uhrzeit zurückzukommen
  • als Unterstützung beim Verkehrstraining
  • zum Abtrainieren von ungewünschtem Verhalten wie z.B. dem Kratzen am Sofa, dem Anknabbern von Pflanzen
  • für die Gesundheitsprohylaxe (Fellpflege, Zähneputzen, Krallenschneiden für ältere Katzen, Tabletteneingabe) aber auch als geeignete Maßnahme, um Senilität und Demenz bei Katzen vorzubeugen und sie auch im Alter geistig fit zu halten (Brain Twister für Katzen).
    Katze beim Zähneputzen
  • Zähneputzen ist die beste, preiswerteste und für die Katze schmerzfreiste Methode Zahnerkrankungen vorzubeugen. Entzündungen des Zahnfleischs (Ginigivitis) gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Maul der Katze. Verursacht werden sie oft durch bakterielle Beläge auf de Zähnen (Plaques), die entstehen, wenn Nahrungsreste auf den Zähnen hängenbleiben. Bakterien, die sich von diesen Belägen rasch vermehren, können Giftstoffe bilden, die wiederum die schmerzhaften Entzündungen auslösen.

Wichtig: keine Menschenzahnpasta für Katzen verwenden (Vergiftungsgefahr). Besorgen Sie sich eine Katzenzahnpasta auf Enzymbasis bei ihrem Tierarzt.
Aufgrund seines massiven Übergewichts verstorbener Kater  Aufgrund seines massiven Übergewichts verstorbener Kater

  • als Unterstützung bei der Gewichtsabnahme. Übergewicht birgt die Gefahr chronischer Erkrankungen wie Verdauungsprobleme insbesondere Verstopfung, Diabetes mellitus, Gelenkprobleme, Belastung des Herz-Kreislauf Systems, psychische Belastung durch Schwerfälligkeit und weniger Elan zum spielen und toben.

Cat Agility Training

Neben „sinnvollen“ Aufgaben, kann man mit seiner Katze mit dem Clicker auch einfach Übungen erarbeiten, die einfach nur Spaß machen und den natürlichen Bewegungsabläufen von Katzen entsprechen wie klettern, springen, jagen. Spiel und  Spaß an gemeinsamen Aktivitäten steht dabei im Vordergrund.

  • auf den Hinterpfoten zu stehen „Männchen machen“
    Katze macht Männchen Clickertraining mit Katzen

  • über etwas zu balansieren
    Anke Gieseman mit Kater Filou bei einer Vorführung.








     
  • durch einen Reifen zu springen
    Katze springt durch einen Reifen Clickertraining mit Katzen.
  • von einem Stuhl zum anderen zu springen
    Katze im Sprung beim  Clickertraining.
  • durch eine Röhre zu laufen
    Katze geht durch eine Röhre. Clickertraining mit Katzen
  • um Kegel herum zu laufen
  • Spielmäuse und anderes kleines Spielgerät zu apportieren

Nicht jede Katze will eine Zirkuskatze sein, aber vielen macht es Spaß ihr Können in den heimischen Räumen auch mal Gästen vorzuführen. Clickertraining macht Katzen nicht zu willenslosen Robotern, wie manche Katzenhalter vermuten, denn das geht dank der Persönlichkeitsstruktur von Katzen nicht. Sie werden nur das und dies auch nur solange tun, wie sie dazu motiviert sind: die Motivation kann Futter, Jagdtrieb, Spiel, aber auch einfach sein, weil das Lernen und das Zusammensein mit ihrem Menschen der Katze Spaß macht. Und letzteres nicht nur der Katze.

Wie kann ich das Clickertraining erlernen?

Wichtig ist beim Clickertraining ein Verständnis des richtigen Timings (wann und was muß ich clicken ?) sowie die Struktur für den Aufbau von Lernaufgaben zu verstehen. Hat man dieses Grundwissen in einem Workshop oder beim Einzeltraining erworben, kann man sich für Zuhause ein passendes Übungsprogramm erarbeiten oder von uns zusammenstellen lassen. Die Praxis für Tierberatung bietet sowohl Einzelstunden als auch Seminare zum Erlernen des Clickertrainings an. Siehe auch unter Termine.

Was brauche ich zum Clickern?

Zum Verclickern der Aufgabe benötigen sie einen Clicker, Katzenpfote mit Clicker. den es in vielfältigen Ausführungen im Zoofachhandel zu kaufen gibt. Der Clicker ist ein kleines Hilfsgerät, welches dem Kinderspielzeug Knackfrosch ähnelt (ein geprägter Stahlblechstreifen, montiert in ein Gehäuse, der beim Biegen ein lautes Knackgeräusch erzeugt). Wenn ihre Katze sehr geräuchsempfindlich ist oder sie in einer Mietwohnung leben, können sie auch einen Kugelschreiber benutzen. Wichtig ist dabei, dass es sich immer um denselben handelt, denn es geht darum mit dem benutzen Clicker ein immer gleiches Geräusch zu erzeugen. Aus genau diesem Grund würde sich unsere Stimme nicht eignen, denn sie transportiert immer auch unsere Emotionen und ist somit im Klang und der Färbung immer anders.

Wissenschaftliche Grundlage des Clickertrainings

Das Clickertraining basiert auf dem Prozess der verhaltenswissenschaftlich begründeten operanten und der klassischen Konditionierung nach Pawlow. Geclickertes MinischweinDas Clickertraining basiert auf der Beobachtung, dass ein Verhalten umso öfter gezeigt wird, wenn auf dieses eine positive Reaktion erfolgt, die für die Katze eine Verbesserung darstellt (Lernen durch positive Verstärkung in Form von Belohnung, bzw. „Lernen am Erfolg“ nach Thorndike). Eine Verbesserung kann für die Katze z.B. die Befriedigung von Bedürfnissen wie Futter, Streicheleinheiten etc. sein.Das Clickertraining eignet sich natürlich nicht nur für Katzen, sondern viele andere Arten wie Hunde, Pferde, aber auch Schweine profitieren davon.

Zum Download: Interview Birga Dexel mit Klaus Arbeit, Februar 2008, MALLORCA 95.8 - DAS INSELRADIO