Konventionelle Tierernährung für Katzen

Fast & Convenience Food für Katzen

Wir beschäftgen uns seit mehr als 15 Jahren mit der artgerechten Ernährung unserer Hauskatzen. Nicht nur Menschen erliegen zunehmend dem Trend sich durch das sogenannte Convenience Food sich unnatürlicher zu ernährern. Convenience Food bedeutet: industriell gefertigte Lebensmittel, die entweder sofort zum Verzehr zur Verfügung stehen oder schnell zubereitet werden können.

Auch für Katzen ist Fast Food die Regel und nicht die Ausnahme. Bebesonders bequem erscheint Katzenhaltern dabei Trockenfutter, dass morgens ins Futterschälchen gefüllt werden kann und der Katze den ganzen Tag über zur Verfügung steht. Die gesundheitlichen Probleme dieser nicht artgemäßen Katzenernährung sind laut Ansicht vieler ganzheitlich arbeitender Tierärzte gravierend. In unserer Praxis für Verhaltensberatung für Katzen konnten wir viele Verhaltensprobleme mithilfe einer die Therapie begleitenden Ernähurngsumstellung nachhaltig lösen.

Artgerechte und sinnvolle Fütterung von Katzen

 
Ernährungsphysiologische Bedürfnisse von Katzen
 
Die Katze - ein Hypercarnivor
 
Katzen zählen biologisch betrachtet zu den Hypercarnivoren, sprich sie sind reine Fleischfresser. Der  Mensch hingegen ist ein Omnivor (Allesfresser) und Hunde omnivore Carnivore.
Katzen sind also die Fleischfresser per se und benötigen für ihre Gesunderhaltung einen extrem hohen Anteil an tierischem Eiweiß in ihrer Nahrung. Über 90 Prozent ihrer Nahrung sollte aus tierischen Eiweiß hochwertiger Qualität bestehen (93% laut Dr. med.vet. Ziegler 2011). Schwer bekömmliches pflanzliches Eiweiß wie beispielsweise Soja hat nichts in der Katzenernährung zu suchen. Viele Tierärzte und Tierheilpraktiker vermuten, dass Soja Futterallergien auslösen kann. Zudem ist das in Katzenfutter verwendete Soja oft genmanipuliert.
 
Katzen brauchen Fette aus tierischen Quellen
 
Auch Fett aus tierischen Quellen muss in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, da Katzen die lebensnotwendige Fettsäure Arachidonsäure brauchen, die ausschließlich in Fetten tierischer Herkunft zu finden ist. Distel- oder Leinöl mag für Menschen gesund sein, aber für Katzen ist es nicht sinnvoll.

Tierische Fette liefern Katzen Energie, dienen als Geschmacksverstärker und transportieren fettlösliche Vitamine. (siehe Stiftung Warentest 2008).

  
Katzen und Kohlenhydrate
 
Gesunde Katzen brauchen weder Getreide und Pseudogetreide wie u.a. Mais, Weizen, Reis, noch andere Kohlenhydratquellen, zu denen u.a. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbis, Maniok, Tapioka gehören.
Der Katzendarm ist als Verdauungstrakt eines Fleischfressers sehr kurz (Verhältnis Darmlänge zu Körperlänge 3:1; im Vergleich Mensch 6:1, Schaf 24:1); Getreide kann dadurch nicht richtig aufgespalten und verwertet werden. Die Folge ist eine zu lange Verweildauer des Futters im Darm und dadurch entstehende Verdauungsprobleme sowie Blasensteine aufgrund ungünstiger ph-Werte im Urin der Katze.
 
Ballaststoffe stellen nur einen verschwindend geringen Teil ihrer Nahrung da. Da Katzen ihre Beute ganz, sprich mit Fell, Federn und Knochen fressen erhalten sie Ballaststoffe in der freien Natur durch das Fressen der Beute mit "Haut und Haar".
 
Wie muß ein gutes Alleinfuttermittel für Katzen beschaffen sein ?
 
  • Nassfutter (Feuchtfutter)
  • hoher Fleischanteil von über 90%
  • Fleisch in Lebensmittelqualität (für den menschlichen Verzehr geeignet)
  • NfE unter 8%. Nfe steht für stickstofffreie Extraktstoffe und ist ein Näherungswert für den Kohlenhydratanteil im Katzenfutter
  • kein Getreide
  • kein Psyeudogetreide
  • kein schwerverdauliches pflanzliches Eiweiß wie Soja und andere Hülsenfrüchte
  • keine Geruchsstoffe
  • keine Farbstoffe
  • keine Geschmacksverstärker
  • keine chemischen Konservierungsstoffe
  • kein Zucker, Karamell oder Zuckerersatzstoffe (braune Soße wird i.d.R. durch Zuckerderiviate hergestellt und ist keine Fleischsoße)
  • keine Tiermehle
  • keine Pflanzen- und Getreidemehle
  • kalt abgefüllt

Wie sieht die Realität bei handelsüblichen Katzenfutter aus ?

Exemplarisch für viele gängige Katzenfutter hier die Zusammensetzung eines Katzenfutters mit einem sehr hohen Marktanteil: Fleisch und tierische Nebererzeugnisse ( Pute: mind. 4%), Gemüse ( mind. 4%), Getreide, Mineralstoffe, Zucker. 
 
Artgerechte Katzenernährung ? Katzen würden Mäuse kaufen !
 
Die optimale Ernährung für Katzen sind kleine Nagetiere wie Mäuse. Wenn ich keine Freigänger habe, die draußen Mäuse jagen und diese auch fressen, habe ich folgende Möglichkeiten
 
a)     hochwertiges Fertigfeuchtfutter mit min. 90% tierischem Eiweiß aus hochwertiger Qualität und NfE unter 8%. Siehe Kriterien für die Bewertung von Nassfuttermitteln.
b)  Teilbarfen I: Kombination aus  hochwertigem Nassfutter plus einem Teil Frischfleischfütterung ohne Supplementierung (nicht mehr als 20% Frischfleischanteil)
c)  Teilbarfen II: Kombination aus  hochwertigem Nassfutter plus einem Teil Frischfleischfütterung mit Supplementierung (mehr als 20% Frischfleischanteil. siehe unten
d)  biologische Rohfütterung (BARFEN)
e)   Kochbarfen
 
Kombination von selbst hergestelltem Futter und Dosenfutter
 
Jeder verantwortungsvolle Tierhalter möchte, dass es seinem Tier gut geht und wenn es immer wieder heißt, nur in industriell gefertigtem Futter sei alles enthalten, was der vierbeinige Freund bräuchte, werden viele Menschen so verunsichert, dass sie erst gar nicht versuchen, zu barfen oder Futter selber herzustellen.
 
Eine praktikable Lösung für viele Katzenhalter ist die Fütterung ihrer Vierbeiner durch eine Kombination von hochwertigem Fertigfutter plus einem Teil Rohfütterung (Teilbarfen I und II). Der deutsche Verhaltensbiologe und Katzenpapst Prof. Dr. Paul Leyhausen, der bis zu seinem Tode das Max-Plank-Institut für Verhaltensphysiologie in Wuppertal leitete, konstatiert in seinem Standardwerk "Katzenseele", das ein Drittel der täglichen Futterration für Hauskatzen aus Frischfleisch bestehen sollte. Wichtig kein rohes Schweinefleisch verfüttern.
 
 
Katzen barfen

BARFEN, die biologisch artgerechte Fütterung mit rohem Fleisch (Englisch: Biologically Appropriate Raw Food) wird auch hierzulande immer beliebter. Hierbei ist es wichtig, dass es nicht ausreicht, deer Katze einfach rohes Fleisch in ausreichender Menge anzubieten, da essentielle Nährstoffe wie z.B. Taurin häufig nicht im benötigten Maße zugeführt werden. Die Katze würden dann bald an Mangelernährung leiden mit teilweise gravierenden Folgen. Das hängt damit zusammen, dass Katzen nicht nur das Fleisch des Beutetieres, sondern auch andere Körperteile wie Innereien sowie Knochen und das Fell mitfressen. Die Rohfütterung für Katzen muß daher supplementiert werden mit einer genau auf das individuelle Tier abgestimmte Mischung benötigter Vitamine, Mineralien, Aminosäuren und Ballaststoffen. BARFEN für Hunde ist leichter als für Katzen, aber wer sich vorher genaustens darüber informiert, wie der Bedarf für sein Tier berechnet werden muß wird mit einiger Übung auch mit dem BARFEN für seine Katzen gut zurechtkommen. Insbesondere bei Katzen ist auf eine ausreichende Menge an Taurin zu achten, siehe unten.
 
Katzen und das lebensnotwendige Taurin
 
Katzen benötigen einen hohen Anteil von Taurin in ihrer Nahrung. Sie haben einen hohen Verbrauch an Taurin, der durch Zufuhr über die Nahrung gewährleistet sein muß, da Katzen im Gegensatz zu Hunden und Menschen Taurin nicht selber herstellen können. Taurin ist ein Abbauprodukt der schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin. Ein über längeren Zeitraum anhaltender Taurinmangel führt bei allen Katzenarten zu Mangelerscheinungen und schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden. Taurin kommt nur in tierischen Geweben vor; Mäuse haben einen der höchsten Tauringehalte und sind die natürliche Lebensgrundlage von Katzen. Fertigfutter enthält u.a. synthetisiertes Taurin in ausreichender Menge.
 

 Brauchen Katzen Trockenfutter ?

 
Die Frage, ob Katzen Trockenfutter brauchen kann eindeutig mit NEIN beantwortet werden. Dank moderner genetischer Methoden konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass alle unsere Katzenrassen mit Ausnahme der Hybridrassen ausschließlich von der nordafrikansichen Unterart der afrikanischen Wildkatze (Felis silvestris lybica) abstammen.  Die auch als Falbkatze bezeichnete Urahnin unserer domestizierten Hauskatze lebt in ariden, sprich trockenen Gebieten. Der Organismus der Falbkatzen ist perfekt an die ariden Bedingungen ihres Lebensraums angepasst; Wasser ist dort ein rares Gut und Katzen haben im Laufe der Evolution gelernt, ihren Flüssigkeitsbedarf vorwiegend aus der Nahrung zu decken. Trockenfutter enthält jedoch laut Untersuchungen der Stiftung Warentest (2008) nur rund 8% Wasser. Jeder Katzenhalter einer gesunden Katze, die nicht mit Trockenfutter gefüttert wird, kann täglich beobachten, das sie relativ wenig trinkt. Dies ist normal und kein Grund zur Besorgnis. Trockenfutter entzieht dem Katzenorganismus mehr Wasser, als die Katze in der Regel wieder zu sich nimmt. „Um bei Trockenfutternahrung ausreichend Flüssigkeit zu erhalten, müsste die Katze analog zur gefressenen Menge an Trockenfutter die dreifache Menge an Wasser trinken“ (Dr.med.vet. Ziegler 2011)
Zudem besteht Trockenfutter aus bis zu 80% aus Getreide, was von Katzen nicht richtig aufgespalten und verdaut werden kann und zu einer „Dauerüberlastung der Nieren führen kann“ (ebenda). Gesundheitliche Folgen können wie Tierärzte vermuten entstehen, wozu Nieren – und Harnwegserkrankungen, sowie durch Getreide in der Nahrung ausgelöste Verdauungsprobleme und die Bildung von Blasensteinen durch ph-Wert Verscheibungen im Urin.
 
Die international bekannte amerikanische Tierärztin und Autorin Dr. Jean Hofves schreibt zum Thema Trockenfutter bei Katzen: “If I had only one rule I could make for all of them (sic: cats), it would be no dry food." (Quelle: Urinary Tract Problems in Cats, November 2010)
 
Dem Thema Katzenernährung ist ein ganzes Kapitel in Birga Dexels Buch "Von Samtpfoten und Kratzbürsten" gewidmet.

   

Zivilisationskrankheiten nehmen auch bei Katzen zu

Die Tierarztpraxen sind voll mit Tieren, die u.a. an Diabestes, Allergien, Nierenproblemen, Zahnproblemen leiden. Das viel gebrauchte Argument, dies hinge damit zusammen, dass mit allem versorgte Haustiere länger leben als sie dies in der freien Natur täten und deswegen Alterserkrankungen entwickeln, greift da nur bedingt, denn längst sind es nicht nur ältere Tiere, die erkranken. In unserer Praxis begleiten wir sehr viele Katzenhalter, deren junge Katzen an felinem Asthma, chronischer Rhinisitis, FORL, Diabetes oder Harn- und Blasenerkrankungen wie Struvit und CNI leiden. Die Zahl der Katzen, die an Unverträglichkeiten udn Allergien leiden ist unserer Beobachtung nach in den letzten zehn Jahren immens angestiegen. Vieler dieser Katzen mit gesundheitlichen Problemen entwickeln auch Verhaltensprobleme. Unserer Ansicht nach ist eine artgerechte gesunde Ernährung enorm wichtig, um den Organismus und die Psyche der betroffenden Katzen zu stärken und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Auch für Katzen gilt: Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper. Wir unterstützen Sie und Ihre Katze gerne bei der Auswahl einer passenden Ernährung für Ihr Tier.