Das Einmaleins der Kennzeichnung von Futtermitteln: Inhaltsangaben richtig lesen

 

Die genauen Rezepturen kennen der Tierfutter kennen nur die Anbieter und obwohl die Futtermittelverordnung genau vorschreibt, was die Anbieter deklarieren müssen, erfährt der Verbraucher nur wenig über die genaue Zusammensetzung des Futters (Stiftung Warentest 2008)

Das Gesetz regelt die Kennzeichnung des Tierfutters, wozu jeder Hersteller verpflichtet ist. Schaut man sich die Inhaltsangaben, die zudem meist unleserlich klein gedruckt sind, genau an, entdeckt der wissenhungrige Tierhalter oft, dass das Lesen und richtige Interpretieren, was in dem Tierfutter enthalten ist und was nicht, eine Wissenschaft für sich ist und alles andere als verbraucherfreundlich ist.

Im folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick, wie die Etiketten der Katzen - und Hundefutterdosen zu interpretieren sind.

Die gesetzlichen Vorschriften für die
Kennzeichnung von Mischfuttermitteln sehen wie folgt aus:


1. Bezeichnung des Futtermittel
(z.B. Alleinfuttermittel, Ergänzungsfuttermittel, Beifutter).

2. Feuchtigkeitsanteil, wenn dieser größer als 14% ist.

3. Futterinhaltsstoffe. Unter dem Label Zusammensetzung finden Sie hier aber nicht die einzelnen Zutaten aufgelistet, sondern eine für den Laien schwer interpretierbare Nährstoffanalyse des Futters. Sie finden stattdessen Aussagen über Kategorien.


4. enthaltene Einzelfuttermittel bzw. Futtermittelgruppen

5. Nettogewicht.

6. Mindesthaltbarkeitsdatum bzw. Herstellerdatum.

7. Zusatzstoffe.

Woraus besteht industriell gefertigtes Hunde- und Katzenfutter?


Unter der Rubrik Inhaltsstoffe finden Sie nicht die Zutaten aufgelistet, sondern eine Analyse der Nährstoffe. Folgende Inhaltsstoffe müssen dabei in Prozent angeben werden, jeweils bezogen auf 100 g Futter:

1) Feuchtigkeit wenn größer als 14 %
2) Rohasche
3) Rohprotein
4) Rohfett
5) Rohfaser

Was bedeutet Feuchtigkeit bei Tierfutter?


Mit Feuchtigkeit ist der Wassergehalt des Futters gemeint. Der gängige Feuchtigkeitsanteil von um die 80% bedeutet demnach einen Wassergehalt von 80%. Trockenfutter weist oft nur einen Wassergehalt von 8% auf.

Was bedeutet der Begriff Rohasche?

Rohasche beinhaltet alle mineralischen Bestandteile des Futters, d.h. nicht nur lebenswichtige Mineralstoffe, sondern auch wertlose Substanzen wie z.B. Sand.

Was bedeutet der Begriff Rohprotein?

Die in der Nahrung enthaltene Eiweißmenge wird als Rohprotein bezeichnet, dies ist allerdings nur die Gesamtmenge an Eiweiß. Die Kategorie sagt nichts über die Qualität des Eiweißes aus, noch wird zwischen tierischem und pflanzlichem Eiweiß unterschieden und man erhält auch keine Informationen über die Verdaulichkeit, d.h, de facto wird auch der Sojaanteil, da Hülsenfrucht zum Eiweißantiel dazu gerechnet.

Was versteht man unter Rohfett?


Rohfett bezeichnet alle im Futter enthaltenen Fette. „Mit steigenden Fettgehalten im Futter nimmt bei sonst gleichen Bedingungen der Energiegehalt linear zu; proportional müssen auch die Gehalte der übrigen Nährstoffe ansteigen“. (Meyer und Zentek 2004)

Was sind Rohfasern?


Rohfaser bezeichnet die Ballaststoffe, also die schwer bis unver-
daulichen Komponenten pflanzlicher Herkunft.

Die Rubrik Zusammensetzung


Unter den Rubriken Zusammensetzung sollten Sie Angaben über die verwendeten Einzelfuttermittel finden, die „entweder in % oder in absteigender Reihenfolge ihrer Anteile aufgeführt werden müssen“. Leider erfahren Sie dabei weder etwas über die genauen Zutaten des Futters noch etwas über dessen Qualität.

Die gesetzliche Kennzeichnung wird laut Prof. Meyer und Prof. Zentek dadurch verwässert, dass „nicht jedes Einzelfuttermittel, sondern alternativ auch nur bestimmte Gruppen von Einzelfuttermitteln angegeben werden dürfen wie z.B. Fleisch und tierische Nebener-
zeugnisse oder pflanzliche Eiweißextrakte“.(Meyer und Zentek 2004)

Was sind tierische Nebenerzeugnisse?

Konkret bedeutet dies, dass sich im Futter nicht nur Schlachtneben-
produkte wie Leber, Nieren, Lunge, Herz und gereinigte Mägen befinden können, die auch für den menschlichen Verzehr zugelassen sind, sondern eben auch Schlachtabfälle wie Borsten, Augen, Klauen, Krallen, Federn, Hörner und Wolle, die für den menschlichen Verzehr nicht zugelassen sind und in Tierkörperbeseitigungsanlagen zusammen mit Tierkadavern zu Tiermehl verarbeitet werden.

Zugelassene Zusatzstoffe


Gesetzlich zugelassene Zusatzstoffe im Futter können neben Vitaminen und Spurenelementen auch Aroma und appetitanregende Mittel, Konservierungsstoffe, färbende Stoffe, Säureregulatoren, Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungs- und Geliermittel, Bindemittel, Fließhilfsstoffe und Gerinnungshilfsstoffe sein.